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Feuerlöscher

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Instandhaltung von tragbaren Feuerlöschern nach der neuen Betriebssicherheitsverordnung bzw. Aussondern von nicht mehr dem Stand der Technik entsprechenden tragbaren Feuerlöschern.

1. Gesetzliche Grundlagen

1.1 Arbeitsschutzgesetz
1.2 Betriebssicherheitsverordnung
1.3 BGV A1 Unfallverhütungsvorschriften

Grundsätze der Prävention

zu 1.1 Arbeitsschutzgesetz

Dieses Gesetz dient dazu, Sicherheit- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu sichern und zu verbessern. Es gilt in allen Tätigkeitsbereichen. Es ist zu beachten, dass Brandschutz ein Teil des Arbeitsschutzes ist.

Hauptansatz dieses Gesetzes ist die Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsanalyse) gem. § 5, welche gem. § 4 unter Anderem auf dem Stand der Technik beruht. Hierbei ist der Arbeitgeber gem. § 3 „Grundpflichten des Arbeitgebers“ verpflichtet, erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen und sich ändernden Gegebenheiten anzupassen, und eine Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitschutzes anzustreben. Somit steht der Arbeitsschutz über einem grundsätzlichen Bestandsschutz vorhandener Geräte.

zu 1.2 Betriebssicherheitsverordnung

Der Geltungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung umfaßt die Bereitstellung von Arbeitsmitteln durch den Arbeitgeber sowie die Benutzung von Arbeitsmitteln durch Beschäftige bei der Arbeit. Sie gilt auch für überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne des Gerätesicherheitsgesetzes, worunter auch tragbare Feuerlöscher fallen.

Auch hier sind an Hand einer Gefährdungsbeurteilung gem. § 3 die Anforderungen an die Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel entsprechend dem Stand der Technik (s. § 4) festzulegen. Nach § 12 Betrieb muß, wer eine überwachungsbedürftige Anlage betreibt, diese in ordnungsgemäßen Zustand erhalten, überwachen und notwendige Instandssetzungs- oder Wartungsarbeiten vornehmen oder vornehmen lassen. Geräte dürfen nicht betrieben werden, wenn sie Mängel aufweisen, durch die Beschäftigte oder Dritte gefährdet werden können.

zu 1.3 BGV A1 Unfallverhütungsvorschriften

Die neue BGV A1 ist die oberste Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften und beschreibt die Grundsätze der Prävention. Sie hat über den Status der BG als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung verordnenden Charakter.

Hier werden die Pflichten des Unternehmers im Bereich der Unfallverhütung unter Bezugnahme zum Arbeitsschutzgesetz aufgezeigt. So wird insbesondere auch bei der Vergabe von Instandhaltungsaufträgen, an die oben genannten Gesetze erinnert.

2. Stand der Technik

2.1 Allgemeines

Als Stand der Technik werden technische Möglichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt bezeichnet, basierend auf gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft und Technik.

2.2 Stand der Technik bei tragbaren Feuerlöschern

Dieser ist nach heutigen Erkenntnissen gewährleistet bei:

2.2.1 tragbaren Aufladelöschern:

Für tragbare Aufladelöscher ab Einführung der DIN 14406-3 bzw. TGL 121-406 ab 1977, deren Nachfolger die heutige DIN EN 3-3 ist.

Begründungen

Mit Einführung der genannten Normen wurden erstmals festgelegt:

  • Mindestprüfdruck des Behälters 25 bar
  • Durchführung und Ermittlung des verhaltens bei Berst-, Fall- und Faltversuch
  • Festlegung der Mindestwanddicke des Behälters
  • Anforderungen an Werkstoffe
  • Anforderungen an Behälterböden
  • Anforderung an Ausrüstungsteile
  • Anforderungen an die Fertigungsabläufe und – verfahren
  • Anforderungen an die Fertigungsüberwachung und Qualitätssicherung

Diese Regelungen können heute noch als Stand der Technik angesehen werden, auch wenn sie mittlerweile EG-einheitlich neu geregelt wurden.

2.2.2 tragbare Dauerdrucklöscher

Ab 1981 trat für Dauerdruckbehälter der dritte Abschnitt der Druckbehälterverordnung in Verbindung mit Festlegungen in TRG 500 in Kraft. Somit wurden externe Vorprüfungen, Zulassungen und Fertigungskontrollen durch autorisierte Organisationen (TÜV) und eine entsprechende Kennzeichnung erforderlich. Diese stimmten letzlich mit denen der DIN 14406-3 überein. Für Feuerlöscher nach TGL 121-406 gelten die gleichen Begründungen.

Auch diese Regelungen können heute noch als Stand der Technik angesehen werden, auch wenn sie mittlerweile EG-einheitlich neugeregelt wurden.

3. Feuerlöscher als besondere Druckbehälter

Feuerlöschgeräte sind Geräte, die z.T. jahrelang mit Druckgasen gefüllt sind bzw. im Einsatz gehalten werden ohne das ein Austausch erfolgt. Daher wurden diese schon in der Druckbehälterverordnung als besondere Druckbehälter eingestuft.

In der europ. Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, Artikel 3, werden tragbare Feuerlöscher durch Einstufung in eine höhere Kategorie eingeordnet als vergleichbare Druckgeräte.

4. Weiteres Betreiben alter tragbarer Feuerlöscher

Die Anwendung obengenannter Gesetze und Verordnungen bedeutet, dass Geräte welche nicht dem Stand der Technik entsprechen, aus Gründen des Personen- und Sachwertschutzes auszusondern sind.

Eine aufwendige Gefährdungsanalyse mit Maßnahmen in Form von Druckprüfungen und Materialuntersuchungen sind unwirtschaftlich, da nicht nur der Behälter, sondern alle druckbeaufschlagten Bauteile sowie die jeweiligen Löschmittel betroffen sind.

Darüber hinaus ist grundsätzlich für alle tragbaren Feuerlöscher, die älter als 20 Jahre sind, in Frage zu stellen, ob hier aufgrund des hohen Alters und der möglichen altersbedingten Veränderungen an Material und Löschmittel die einstigen Leistungsmerkmale noch gegeben sind und somit ein sicherer Weiterbetrieb gewährleistet ist.

Der Stand der Technik kann bei Feuerlöschgeräten nur erhalten werden, wenn die in DIN 14406/4 beschriebenen Maßnahmen zur Instandhaltung eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für die Verwendung von zugelassenen Ersatzteilen und -Füllungen.

Der Sachkundige hat außerdem die jeweils gültigen Prüf- und Füllvorschriften der Feuerlöschgerätehersteller zu beachten.

Durch die Feuerlöschgeräte-Hersteller kann die Vorhaltung von Instandhaltungsanweisungen und Ersatzteilen bzw. Löschmitteln in der Regel nur über einen Zeitraum von maximal 20 Jahren gewährleistet werden.

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auszugsweise
Quelle: Gloria GmbH 2005

Ergänzung

Bei älteren Geräten tritt generell die Frage des Bestandsschutzes, hinter die Frage des Gesundheitsschutzes zurück.

Durch die „neuen“ Bestimmungen bedingt, sind bisherige Feuerlöschersachkundige als sogenannte „befähigte Personen“ nach TRBS 1203 Teil 2 weiterzubilden, die ggf. zusätzliche Behälter- und Druckfestigkeitsprüfungen auszuführen oder zu veranlassen haben.